Wir verwenden Cookies, um für diese Website Funktionen wie z.B. Login, einen Warenkorb oder die Sprachwahl zu ermöglichen. Weiterhin nutzen wir für anonymisierte, statistische Auswertungen der Nutzung Google Analytics, welches Cookies setzt. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
OK, ich bin einverstanden Ich möchte keine Google Analytics-Cookies
Kieferorthopädie
Login:
Benutzername:

Kennwort:

Plattform:

Kennwort vergessen?

Registrieren

Kieferorthopädie 33 (2019), Nr. 3     10. Sep. 2019
Kieferorthopädie 33 (2019), Nr. 3  (10.09.2019)

ZEITSCHRIFTENREFERATE, Seite 317-328


Zusammenfassung interessanter internationaler Artikel aus dem Bereich Kieferorthopädie
Miethke, Rainer-Reginald
Welche Dysgnathie fürchten Kieferorthopäden am meisten, weil sie schwer zu behandeln ist, weil ihre Korrektur weder die Gesichtsästhetik noch die orofazialen Funktionen nennenswert verbessert und weil darüber zusätzlich das Damoklesschwert einer hohen Rezidivgefahr schwebt? Es gibt wohl kaum Zweifel, dass dies der frontal offene Biss ist. Vergleichbares gilt für den seitlich und erst recht den zirkulär offenen Biss, die beide aber glücklicherweise relativ selten sind. Um mehr über diese spezielle Zahn- und Kieferfehlstellung zu erfahren, beschäftigen sich die nachstehenden Referate samt und sonders mit dem anterior offenen Biss. Das erste Referat ist ein Prachtstück, spiegelt es doch in gewisser Weise Schwarmintelligenz wider, denn alle zusammen wissen meist mehr als der Einzelne. Welche Bedeutung diese Form der kollektiven Intelligenz hat, belegt die Natur tagtäglich mit höchst eindrucksvollen Beispielen. Dennoch besteht jeder Schwarm aus Einzelwesen, die Eigenheiten aufweisen. So zeigt sich in dieser referierten Arbeit neben alle Gemeinsamkeiten z. B. ein Unterschied in der Extraktionsfrequenz: Jüngere extrahieren häufiger als Ältere und Unselbstständige mehr als Selbstständige. Oder ist das ein und dasselbe? Haben Jüngere eher noch keine eigene Praxis, solche fortgeschrittenen Alters schon? Sind die "Youngster" mutiger und unerfahrener, während die "Oldies" Angst haben, ihre Patienten hätten sie nicht mehr so lieb, trügen sie den Vorschlag einer Extraktion an sie heran? Es ist zum Verzweifeln - jede neue Erkenntnis zieht neue Fragen nach sich. Das zweite Referat beschäftigt sich mit der Effektivität verschiedener kieferorthopädischer Geräte beim Beseitigen von frontal offenen Bissen. Dabei zeigt sich, dass fast alle untersuchten Apparaturen mittelmäßig effektiv sind - im ersten Jahr, nach dem sie verordnet wurden. Das ist nicht schlecht, aber doch nicht so gut, sich nun befriedigt zurückzulehnen. Nein, es gilt, sich weiter mit dem Thema "Therapie des anterioren offenen Bisses" zu beschäftigen. Daher das dritte Referat, in dem es darum geht, ob man offene Bisse besser, gleich gut oder schlechter mit festsitzenden Apparaturen und Alignern behandeln kann. Es zeigt sich, beides geht (das "gut" spart sich der Referent an dieser Stelle). Dabei wird es auch sehr darum gehen, welches Therapiemittel der jeweilige Patient akzeptiert, wie er die kieferorthopädischen Anforderungen erfüllen kann und will. Vor allem aber wird es davon abhängen, was das Behandlungsziel ist, denn Aligner können offensichtlich schon viel, aber längst noch nicht alles. Das gilt in geringerem Maße ebenfalls für festsitzende Apparaturen. Allerdings bieten sie mehr Möglichkeiten, zusätzliche Korrekturmechanismen einzusetzen. Doch prüfen Sie selbst, verehrte Leser der KIEFERORTHOPÄDIE. Abschließende Frage: Wissen Sie am Ende der Referatslektüre besser als bisher, wie ein anterior offener Biss schnell, sicher und rezidivfrei anzugehen ist? Dieser Referent glaubt das kaum, ebenso wie er sich sicher ist, dass Sie erfahren werden, bislang wenig bis gar nichts falsch gemacht oder gar Entscheidendes übersehen zu haben. Manchmal verschafft schon das Beruhigung im Therapiedschungel einer komplexen Dysgnathie.
Volltext (keine Berechtigung) einzeln als PDF kaufen (20.00 €)Endnote-Export