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Kieferorthopädie
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Kieferorthopädie 29 (2015), Nr. 4     10. Dez. 2015
Kieferorthopädie 29 (2015), Nr. 4  (10.12.2015)

REPETITORIUM, Seite 337-348


Das orofaziale System im interdisziplinären Kontext: Entwicklung und Anwendung eines biofunktionellen Modells
Engelke, Wilfried / Knösel, Michael
Hintergrund und Zielsetzung: Das Kräftegleichgewicht zwischen Lippen und Zunge beeinflusst die Zahnstellung und kann Malokklusionen mitbedingen und verstärken. Die biologischen Funktionen des orofazialen Systems sind bisher nur unzureichend differenziert worden: Die Rolle des weichen Gaumens ebenso wie die Dynamik weiterer am Schluckvorgang beteiligter oraler Weichgewebe, wie Zunge und pharyngealer Sphinkter, sowie deren Interaktion, lassen sich aus bisherigen Modellvorstellungen des orofazialen Systems nicht ableiten. Ebenso ist gesichertes Wissen um das Vorkommen subatmosphärischen intraoralen Drucks mit jenen Modellen unvereinbar. Fränkel stellte bereits 1967 ein einfaches Manöver vor, das durch intraorale Unterdruckbildung eine reziproke Kraftwirkung auf die Zahnreihen ausübt. Somit fehlen orofaziale Modelle, die es erlauben, aktive neuromuskuläre Faktoren, anatomische Gegebenheiten und physikalische Zustände der biologischen Funktionen des orofazialen Systems synoptisch und zugleich differenziert parametrisierbar für wissenschaftliche und klinische Fragestellungen darzustellen.
Methode: Neuromuskuläre und biomechanische Faktoren in der Funktion des orofazialen Systems werden durch ein neues biofunktionelles Modell beschrieben, das nach funktionellen Einheiten, funktionellen Verschlüssen und Funktionskompartimenten differenziert. Die Modellierung erfolgte auf der Basis von gesicherten Erkenntnissen sowie Befunden aktueller Untersuchungen mit der digitalen Volumentomografie.
Ergebnis: Es kann gezeigt werden, dass das biofunktionelle Modell in der Lage ist, die Wirkung von myofunktionellen Verfahren ebenso wie die Kompartimentbildung bei der geschlossenen Ruhelage in Analogie zum dreifachen Mundschluss nach Fränkel abzubilden und somit einen Beitrag zur therapeutischen Erzielung eines oralen Kräftegleichgewichtes leisten kann.
Schlussfolgerung: Mit dem biofunktionellen Modell wird die Grundlage geschaffen, verschiedene biologische Grundfunktionen wie den dreifachen Mundschluss nach Fränkel systematisch zu analysieren und zu parametrisieren, und auf dieser Grundlage therapeutische Konsequenzen mit objektivierbaren Zielparametern zu entwickeln.

Schlagwörter: Orofaziales Kräftegleichgewicht, biofunktionelle intraorale Kompartimentbildung, Fränkel-Manöver
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